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{THEMA}Ehrenmorde

{KAPITEL}Verbreitung

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Verbreitungsgebiet

Das Ehrenverbrechen kommt in allen soziokulturellen Milieus vor, beruht auf keinerlei Gesetz und ist nicht eine Frage der Religion, da es von Personen unterschiedlicher Konfession verübt wird (Surgir, Schweiz 2003). Es gibt Berichte von Ehrenmorden aus dem Vorderen und Mittleren Orient, von Pakistan und Indien bis Libanon und Türkei. Aber auch in Europa werden Frauen ermordet, weil sie nicht dem traditionellen Bild der Frau entsprechen wollen. So ermordete in Kusterdingen, Deutschland, ein Albaner seine Tochter, weil sie wie ein deutsches Mädchen aufwachsen wollte. In Österreich ermordete ein Libanese seine Schwester, um die Ehre der Familie wieder herzustellen.

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Bruder der Libanesin gesteht

Der 17-jährige Bruder der Libanesin, die am Montag im Tiroler Zillertal tot gefunden worden war, hat gestanden, seine Schwester getötet zu haben. Sein Motiv: die 20-jährige habe "Schande über die Familie gebracht". Die Frau hatte schon am Freitag bei der Polizei ausgesagt, Angehörige hätten sie mit dem Umbringen bedroht. Sonntag kehrte sie wieder heim. Dort schlug sie der Bruder bewusstlos, brachte sie mit dem Autoweg und erstach sie. Auch die Eltern und ein weiterer Bruder bleiben in U-Haft.

(ORF-Teletext vom 1.4.2004)
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Weltweit werden Tausende von Ehrenmorden jährlich vermutet. Genaue Zahlen gibt es nicht, da die wahre Todesursache verschleiert wird und es kaum Überlebende gibt.

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1998 wurden in Jordanien offiziell 30 Fälle registriert. Zählt man jedoch auch die als Unfall oder Selbstmord getarnten Fälle hinzu, werden in diesem Land pro Jahr schätzungsweise 50 bis 60 Mädchen getötet. In Ägypten, im Libanon, in Syrien, in Jemen, in den Vereinigten Emiraten, in Saudi-Arabien, in der Türkei und in Brasilien sind keine Zahlen bekannt, da noch keine seriösen Untersuchungen durchgeführt worden sind. In Pakistan wird diese Sitte öffentlich praktiziert und als Bestandteil der Landeskultur akzeptiert. 1998 wurden dem pakistanischen Parlament 1.974 Fälle von Frauen gemeldet, die von ihrer Familie getötet worden sind (State of Human rights in Pakistan 1998, S. 215). Die örtlichen NGOs schätzen ihre Zahl auf 3.000. Es sei hier noch angefügt, dass in Pakistan in einigen Fällen des familiären Ungehorsams auch Männer mit dem Tod bestraft werden.

(lt. Surgir, Nov. 2003)
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