[*zum Text]   [(barrierefrei-)Hinweise]

{THEMA}Frauenhandel

{KAPITEL}Einleitung 

{TEXT}

Frauenhandel, das "schmutzige Geschäft"

Der Handel mit der Ware Frau aus Mittel- und Osteuropa hat nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Öffnung des Ostens innerhalb der letzten 10 Jahre dramatisch zugenommen. Während viele Frauen auf der Suche nach Arbeit und der Möglichkeit, die wirtschaftlichen Grundbedürfnisse abzudecken bereit sind, ihre Heimat zu verlassen, nutzen skrupellose Menschenhändler den Migrationswillen und die Unwissenheit der Frauen über gesetzliche Regelungen in den Zielländern aus, um das große Geschäft zu machen. Gemeinsam mit Drogen- und Waffenhandel gehört Menschen- bzw. Frauenhandel zu den drei ertragreichsten "Geschäften" des organisierten Verbrechens.

Doch nicht nur aus und in Osteuropa werden Frauen gehandelt, auch Frauen aus Lateinamerika, Afrika und Asien sind vom Frauenhandel betroffen. Viele der gehandelten Frauen finden sich in der Sexindustrie, als billige Haushaltshilfen oder Ehefrauen ohne Rechte in Ländern der EU wieder.

Beispiele

{ZITAT}

[...] Eine 16-Jährige aus dem Kosovo berichtet in der Studie, sie sei mit 15 Jahren von einem Mann aus der Nachbarschaft vergewaltigt worden. "Ich ging zur Polizei, das ganze Dorf wusste, was passiert war, ich bekam Probleme mit meiner Familie und schämte mich furchtbar." Da habe ihr ein Bekannter einen Job in Mazedonien versprochen, wo das Mädchen mit Gleichaltrigen in einer Nachtbar als Prostituierte arbeiten musste. [...]

(Wiener Zeitung vom 23.07.2002, nach einem Bericht des UNO-Kinderhilfswerkes UNICEF, der OSZE und des UNO-Kommissariats für Menschenrechte)
{ZITATENDE}

Der Zusammenbruch des Kommunismus, Krieg und Armut sowie das Fehlen neuer Strukturen und Perspektiven haben dazu geführt, dass besonders in dieser Region der Menschenhandel so dramatisch zugenommen hat. Die Opfer werden immer jünger, selbst Kinder werden ausgebeutet und in die Prostitution oder als Bettler verkauft.

{ZITAT}

Es wird geschätzt, dass über die letzten 10 Jahre 100.000 albanische Frauen und Mädchen nach Westeuropa und in andere Balkanstaaten gehandelt wurden. Viele von ihnen wurden in die Prostitution durch falsche Ehe- und Arbeitsversprechen gelockt, durch Gewalt gezwungen oder auch gekidnappt. Das typische Profil einer gehandelten albanischen Frau ist das einer jungen, unverheirateten Frau, die durch Familienmitglieder - häufig ihrem Verlobten - mit Ehe- oder/und Arbeitsversprechen nach Italien gebracht wurde. Die Opfer sind typischerweise zwischen 15 und 35 Jahre alt - das ist jünger als gehandelte Frauen anderer Nationen. Einige Untersuchungen zeigen, dass bis zu 80 % der Mädchen unter 18 Jahre sind. Die Polizei und einige lokale NGOs berichten von gehandelten Mädchen, die zwischen 12 und 14 Jahre alt sind, sowie von der Beteiligung älterer Frauen, die durch soziale und persönliche Umstände angreifbar geworden sind. Die Jugend einiger Opfer scheint durch den Brauch der Frühehen verursacht zu sein, besonders in ländlichen Gebieten. Es wird auch berichtet, dass in Italien bis zu 40 % der albanischen Prostituierten Minderjährige sind.

(aus dem aktuellen Bericht von Barbara Limanowka ("Trafficking in Human Beings in Southeastern Europe"))
{ZITATENDE}
{NAVIGATION}
[zum Inhaltsverzeichnis (sitemap)]