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{THEMA}FGM - Genitalverstümmelung

{KAPITEL}Folgen

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Gesundheitliche Folgen

[*physische & psychische Folgen]
[*"Ich möchte mehr Antworten als Fragen"]

physische & psychische Folgen

Die Eingriffe werden mit Glasscherben, Dosendeckeln oder Rasierklingen ausgeführt. Dieses Werkzeug führt an sich schon zu schweren Verletzungen, aber auch zu Infektionen oder AIDS.

Vielfach müssen die Mädchen diese Operation ohne Betäubung ertragen!

Gleich zu Beginn können schwere Blutungen, Entzündungen und Vergiftungen auftreten, aber auch der Tod des Mädchens. Später sind die Frauen oft ein Leben lang krank und in ihrer Gesundheit eingeschränkt durch Fisteln, Harnwegsinfektionen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und bei der Geburt der Kinder.

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Psychische Konsequenzen

Meistens wird der Eingriff ohne Narkose und ohne lokale Betäubung durchgeführt. In vielen Ethnien werden bei der rituellen weiblichen Beschneidung mehrere Mädchen direkt nacheinander verstümmelt. Berichten aus dem Sudan, Gambia und Burkina Faso zufolge wird ihnen verboten, ihren Schmerz laut zu äußern. Ihnen wird mit Ausschluss aus der Gemeinschaft gedroht, wenn sie schreien, weinen oder sich wehren. Diese Drohung und der Gruppendruck führen dazu, dass sich die Mädchen zwingen zu schweigen, weil sie Angst vor der sozialen Isolation haben. Die Verletzung der Klitoris, der Schamlippen und des Scheideneinganges sind für sich genommen schon ein traumatisches Ereignis. Durch das Gebot, den empfundenen Schmerz nicht zu äußern, wird dieses Trauma noch verstärkt. Die körperliche und die seelische Belastung können so stark sein, dass die Betroffenen das gesamte Ereignis nicht nur verdrängen, sondern abspalten. Diese Frauen wissen zwar, dass sie genitalverstümmelt sind, können sich aber an nichts mehr erinnern. Hier ergeben sich Parallelen zu Vergewaltigungs- und Folteropfern, die ähnlich traumatisiert wurden. Solche Opfer unbeschreiblicher Gewalt zeigen oft unergründbare psychische Symptome, Angstreaktionen und Verhaltensstörungen. Nicht selten kommt es zu Depressionen und einem Gefühl von Unvollständigkeit und Minderwertigkeit. Diese Frauen haben nicht die Möglichkeit, ihre Gefühle und Ängste auszudrücken. Es wurde ihnen ja schon während der Genitalverstümmelung verboten.

(Terre des Femmes 2/01)
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"Ich möchte mehr Antworten als Fragen"

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[...] Eblas (Name auf Wunsch geändert) Auseinandersetzung mit ihrer Verstümmelung beginnt im Alter von 16 Jahren, als sie zum ersten Mal einen Frauenarzt aufsucht. Davor habe sie über die gesundheitlichen Probleme gar nicht nachgedacht, es sei normal für sie gewesen, solche Beschwerden zu haben, sagt sie. Erst mit dem Einsetzen der Menstruation seien diese noch schlimmer geworden. "Ich hatte wahnsinnige Regelschmerzen und eine schlimme Übelkeit. Oft musste ich mich bis zum 20-mal hintereinander übergeben. Einige Male bin ich deshalb auch ins Krankenhaus gekommen." Doch immer noch weiß sie nicht warum und stellt auch keine Fragen. Bei ihrem ersten Besuch bei einem Frauenarzt spricht sie dieser darauf an. Er teilt ihr mit, dass da 'etwas' gemacht worden sei und meint, man könne das auch verändern, er wisse aber nicht wie. Rückblickend empfindet Ebla die Art, wie er mit ihr umgegangen ist, wie einen schlechten Traum. [...]

[...] Nach ihren Wünschen an die Medizinerschaft gefragt antwortet sie: "Ich würde mir wünschen, dass dieses Überrascht-Sein wegfällt und damit eine solche Untersuchung mehr Normalität wird. Ich wünsche mir auch, dass sie wenigstens schon einmal etwas davon gehört haben, und dass sie informierter sind." [...]

(aus Terre des Femmes "Menschenrecht für die Frau" 2/2003 Seite 16)
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