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{THEMA}Schlagzeilen

{KAPITEL}2003

{TEXT}
Mord im Namen der Ehre?

Bereits im März 2003 wurde in Kusterdingen, Deutschland, ein 16-jähriges Mädchen von seinem Vater, einem Kosovo-Albaner, ermordet, weil sie modern gekleidet und geschminkt war. Die Mutter unterstützte die Tochter. Der Vater versuchte, seine eigenen Wertvorstellungen mit Gewalt und Morddrohungen aufrechtzuerhalten. Am 13. März ermordete er schliesslich das Mädchen. Nun beginnt der Prozess vor dem Tübinger Landgericht.

(Stuttgarter Zeitung vom 2.12.2003)
Die "Stadt der toten Frauen"

Die nationale, mexikanische Menschenrechtskommission CNDH (Comisión Nacional de los Derechos Humanos) legte ihren Bericht über die Frauenmorde in der Grenzstadt Ciudad Juarez vor. Demnach wurden in der Grenzstadt in den vergangenen 10 Jahren 263 Frauen ermordet, und im selben Zeitraum 4587 Frauen als vermisst gemeldet! Die Frauen, die bevorzugtes Opfer sind, sind zwischen 15 und 24 Jahren alt, die meisten Arbeiterinnen in einer der Fabriken amerikanischer Unternehmen, die für fünf Dollar pro Tag zwölf Stunden am Fließband arbeiten. Keiner der Morde wurde von den Behörden in angemessener Weise aufgeklärt. Menschenrechtsorganisationen fordern die Regierung unter Präsident Vicente Fox auf, die Fälle aufzuklären und die jungen Frauen zu schützen. Der Bericht im Internet: [>www.cndh.org.mx].

(Die Welt vom 29.11.2003)
Nein zu Gewalt an Frauen

Am 25. November beginnen mit dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen die "16 Tage gegen Gewalt". Bis zum 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, wird jährlich von Organisationen auf der ganzen Welt durch Kampagnen und Veranstaltungen auf die Bedrohung durch männliche Gewalt hingewiesen.

"dieStandard.at" bietet unter [>www.dieStandard.at] Veranstaltungshinweise an, und die Österreichischen Frauenhäuser unter [>www.aoef.at] umfassende Informationen zum Gewaltschutzgesetz und Hilfe für Betroffene.

(proFRAU am 25.11.2003)
Tschechien gibt jetzt Kinderprostitution zu

Die tschechische Regierung hat Berichte über Kinderprostitution stets bestritten. Das Innenministerium kündigte sogar an, gegen Autoren einer entsprechenden UNICEF-Studie vorzugehen. Nun ändert Prag seine Meinung.

(Wiener Zeitung vom 20.11.2003)
Harter Stoff

Die Wochenzeitschrift "Falter" recherchiert in Sachen Kopftuchstreit und beleuchtet die vielseitigen Gründe der muslimischen Frauen, ein Kopftuch zu tragen.

(Falter 46/2003)
Öffentlichkeit sensibilisieren

Österreichische NGOs gründen Plattform gegen Kinderprostitution. Mitglieder der Plattform sind "respect", die Kinderfreunde, "Missio", das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte, das Netzwerk für Frieden und Gewaltfreiheit und "Dreikonigsaktion/Katholische Jungschar".

(Wiener Zeitung vom 19.11.2003)
Ehe oder Tod

Tausende Mädchen werden jedes Jahr in Deutschland mit Gewalt zur Heirat gezwungen. Politiker fordern mehr Schutz für Opfer von Zwangsheirat.

(Der Spiegel 45/2003)
Islamischer Staat ohne Sharia

Laut dem vorliegenden Verfassungsentwurf soll in Afghanistan die Stellung des Präsidenten gestärkt, politische Parteien zugelassen und das islamische Recht nicht eingeführt werden. Alle Bürger - Männer und Frauen - seien vor dem Gesetz gleich. Die Loya Jirga soll nun darüber beraten.

(Wiener Zeitung vom 4.11.2003)
Novelle des Sexualstrafrechts beschlossen

Ziel der Novelle ist einerseits, die sexuelle Ausbeutung Minderjähriger schärfer zu ahnden. Konkret ist unter anderem vorgesehen, dass das Schutzalter für Pornografie von 14 auf 18 Jahre angehoben wird. Andererseits wird die Vergewaltigung in der Ehe künftig der außerehelichen Vergewaltigung gleichgestellt.

(der Standard vom 5.11.2003)
White Ribbon Österreich startet Plakataktion gegen Gewalt an Frauen

Die [>White Ribbon Initiative] setzt sich zum Ziel, Männer für dieses Thema zu sensibilisieren. Eine von fünf Frauen ist laut Schätzungen von Gewalt durch einen Verwandten, Freund oder Bekannten betroffen.

(www.whiteribbon.at 11/2003)
Frauenmord: Republik haftet für untätige Behörden

Um die Strafjustiz für die Gefährlichkeit von Gewalttätern besser zu sensibilisieren, verlangt der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser verpflichtende Schulungen. Anlass für die Forderung ist ein Urteil des Wiener Oberlandesgerichts, das dem Sohn einer von ihrem notorisch gewalttätigen Ehemann erschossenen Frau Schmerzensgeld zusprach. Vorangegangene Anzeigen der Wienerin waren von den Behörden nicht ernst genug genommen worden.

(dieStandard.at vom 27.10.2003)
Menschenhandel in "beängstigendem Maß"

Im Rahmen der UN-Mission im Kosovo mit rund 25.000 Soldaten blüht der Frauenhandel. Theoretisch sind die Mitglieder der Mission strengen Verhaltenskodizes unterworfen. Es besteht dringender Handlungsbedarf seitens UNO, EU und OSZE.

(die Presse vom 3.11.2003)
Ehe oder Tod

Tausende Mädchen werden jedes Jahr in Deutschland mit Gewalt zur Heirat gezwungen. Die Ehen werden von den Familien der Brautleute arrangiert. Weigerung führt dann zu Gewaltanwendung und Ausgrenzung bis hin zu Mord, um die Familienehre wieder herzustellen. Allein in Berlin besuchten im vergangenen Jahr rund 230 Frauen kurz vor der Zwangsehe die Beratungsstellen.

(Der Spiegel 45/2003)
Frauen im Iran Opfer von Gewalt wegen "Ehrverletzung"

Allein zwischen den Monaten März und Mai wurden in der südwestiranischen Provinz Khusistan 45 Frauen, alle Angehörige eines einzigen Stammes, durch Familienangehörige getötet, berichtete eine Vertreterin der Regionalregierung der Presse.

(Wiener Zeitung vom 29.10.2003)
UN-Protokoll zu Menschenhandel tritt in Kraft

Über 42 Staaten haben bis Ende September das UN-Protokoll zu Menschenhandel ratifiziert. Damit tritt das Protokoll am 26. Dezember 2003 in Kraft. Mit der Unterzeichnung haben sich die Staaten zur Umsetzung verpflichtet.

( proFRAU am 27.10.2003)
Viennale: "The day i will never forget"

Kim Longinotte porträtiert in ihrem Film afrikanische Frauen, die Opfer der weiblichen Genitalverstümmelung wurden. Zu Wort kommen auch die Täterinnen. Im Rahmen der Viennale zu sehen im Stadtkinto am 27.10. um 20.30 Uhr und am 29.10. um 13 Uhr.

(proFRAU am 19.10.2003)
Kinderprostitution vor der Haustür

Viele Freier nützen die Nähe zur tschechischen Grenze zum Sex mit minderjährigen Mädchen und Buben. Das Projekt KARO bemüht sich seit 1994 vor Ort um die Betroffen, verfügt aber über nur gering Mittel.

(Menschenrechte für die Frau 4/2003 von Terres-des-Femmes)
Amina Lawal freigesprochen

Ein Gremium von fünf islamischen Sharia-Richtern sprach die 32jährige Mutter am 25.9.2003 in einem Berufungsprozess frei.

(Newsletter ai-Österreich vom 25.9.2003)
Asyl in Österreich wegen drohender Genitalverstümmelung

Die zweijährige Awa S. ist die dritte Afrikanerin, der Asyl wegen drohender Genitalverstümmelung gewährt wurde.

(dieStandard.at vom 23.9.2003)
Waris Dirie zu Gast bei "Siemens Academy of Life"

Die UN-Sonderbotschafterin gegen die Beschneidung von Frauen sprach im Siemens Forum über ihr Leben. Nachzulesen unter [>www.academyoflife.at]

Update Amina Lawal

Das Berufungsgericht in Katsina (Nordnigeria) vertagte die Urteilsverkündung gegen Amina Lawal erneut auf den 25. September 2003.

(amnesty international Newsletter vom 29.8.2003)
"Wir sehen nur die Spitze des Eisbergs"

Bernadette Karner von [LEFÖ] zu Frauenhandel in www.dieStandard.at.

(dieStandard.at vom 27.7.2003)
Kampf gegen Schlepper ineffizient

Der Frauenhandel in Europa floriert - neuer Ansatz: Zeuginnen-Schutzprogramm gefordert.

Die OSZE hat vergangene Woche in Wien einen Aktionsplan beschlossen: 55 Mitgliedsländer werden aufgefordert, den Opfern von Schlepperbanden einen leichteren Zugang zu Asylanträgen zu ermöglichen.

(Wiener Zeitung vom 30.7.2003)
Belästigung durch Freier soll in Wien strafbar werden

Die Novelle des Wiener Prostitutions-Gesetzes bestraft Freier mit einer Verwaltungsstrafe, die wahllos auch unbeteiligte PassantInnen ansprechen. Für illegale Prostituierte soll es künftig geringere Strafen geben.

(dieStandard.at vom 14.7.2003)
Drohen, schlagen, würgen

Karen Duve findet deutliche Worte über Prostitution und die Affäre Friedmann in der Zeitschrift "Der Spiegel", Ausgabe Nr. 27.

(Der Spiegel Nr. 27 vom 7.7.2003)
Mädchenhandel: Schon 300 Opfer

Ein Mädchenhändler aus St. Pölten und seine Lebensgefährtin stehen im Verdacht, mit Hilfe von Komplizinnen rund 300 Frauen aus der Dominikanischen Republik zum Zwecke der Prostitution gehandelt zu haben.

(Die Presse vom 8.7.2003)
"Importware Sex"

Die Zeitschrift "Der Spiegel" berichtet in der Ausgabe Nr. 26 ausführlich über den Menschenhandel mit osteuropäischen Frauen nach Deutschland.

(Der Spiegel Nr. 26 vom 23.6..2003)
Mädchenbeschneidungen in Mali

Die Zeitschrift "Freundin" berichtet in der letzten Ausgabe über die Mädchenbeschneidungen in Mali und über die Arbeit des Kinderhilfswerks "PLAN International" ([>www.plan-deutschland.de]).

(Freundin Nr. 13 vom 31.5..2003)
Im Fall Amina Lawal Verhandlung wieder verschoben

Nigeria: Im Fall Amina Lawal wurde die Berufungsverhandlung aufgrund fehlender Beschlussfähigkeit erneut verschoben, und zwar auf den 27.8.2003. Für die Beschlussfähigkeit fehlten 2 Richter.

(amnesty international Newsletter vom 6.6.2003)
EU Daphne Project

In einem ExpertInnenmeeting am 2. und 3. Juni wurden unter Leitung der Afrikanischen Frauenorganisation über das EU Daphne Project ("Development and Production of a FGM Teaching Kit and the Training of community/religious leaders, women and other communicators on ist use") referiert.

(Afrikanische Frauenorganisation 6/2003)
Migration von Frauen und strukturelle Gewalt

Am 5.6.2003 wurde im Depot in 1070 Wien das Buch zum Symposium "Migration von Frauen und strukturelle Gewalt" (Milena Verlag) vorgestellt. Das Buch stellt die Situation von Migrantinnen in Österreich dar und behandelt die aktuelle Rechtssituation.

(Milena Verlag vom 5.6.2003)
Menschenhandelsaffäre in Montenegro

Einer 24-jährigen Frau, die drei Jahre als Sklavin in einem Privatrestaurant in Podgorica gefangen war, gelang die Flucht in ein Frauenhaus. Laut Medienberichten dürften in den Frauenhandel auch Funktionäre der Demokratischen Partei verstrickt sein. Nachdem nun die Staatsanwaltschaft beschloss, keine Anklage gegen die Verdächtigen zu erheben, erschüttert diese Entscheidung auch die Partnerschaft in der Regierungskoalition.

(dieStandard.at vom 4.6.2003)
Menschenhandel

80% der Opfer von Menschenhändlern weltweit sind Frauen, beinahe 50% noch minderjährig. Diese Zahlen wurden im Rahmen der 12. Sitzung der UN-Kommission zur Verbrechensvorbeugung und -bekämpfung in Wien aus der UNO-Datensammlung veröffentlicht.

(dieStandard.at vom 14.5.2003)
Mädchenhändler in Oberösterreich ausgeforscht

Zumindest sechs junge Mädchen wurden unter falschen Versprechungen von Rumänien nach Österreich verschleppt.

(dieStandard.at vom 5.5.2003)
Im Fall Amina Lawal Verhandlung verschoben

Nigeria: Im Fall Amina Lawal wurde die nächste Verhandlung auf den 3.6.2003 verschoben. Somit findet die Verhandlung nach den Wahlen statt.

(amnesty international 5/2003)
"Grausamer Tradition ein Ende bereiten"

SP-Petra Bayr unterstützt Äthiopien-Projekt gegen Genitalverstümmelung.

(dieStandard.at vom 24.4.2003)
"Ich möchte mehr Antworten als Fragen"

Eine von Genitalverstümmelung betroffene Frau sucht kompetente Beratung und medizinische Behandlung. [mehr...]

(Terre des Femmes 2/2003)
Misshandelte Frauen oft ohne Einkommen

"Ökonomische Gewalt" ist nicht selten. Lt. Beobachtung des Linzer Frauenhauses verfügen die Mehrheit der Misshandelten über kein eigenes Einkommen.

(Wiener Zeitung vom 26.3.2003)
Europa und das neue Gesicht der (Frauen) Migration

Zusammenfassung der aktuellen Tendenzen der europäischen Migrationspolitik.

(LEFÖ-Rundbrief 7, 2/03)
4.000 Gewalttäter wurden verbannt

Fast 4.000 gewalttätige Männer wurden vergangenes Jahr in Österreich zumindest für eine gewisse Zeit aus der Wohnung verbannt. Grundlage dafür war das "Bundesgesetz zum Schutz vor Gewalt in der Familie". Die Zahlen veröffentlichte die Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie in Linz.

(Wiener Zeitung vom 4.2.2003)
UNICEF prangert Beschneidung von Mädchen an

Die UNO-Organisation fordert anlässlich der Konferenz in Addis Abeba die Regierungen und religiösen Führer der betroffenen Staaten auf, den Kampf gegen die "grausame Tradition" zu verstärken.

(Wiener Zeitung vom 4.2.2003)
Moderner Skavenhandel

Die größte europäische Konferenz zur Verhütung und Bekämpfung von Menschenhandel fand vom 18. bis 20. September in Brüssel statt. Über 1.100 Delegierte diskutierten die dramatischen Entwicklungen und mögliche Präventionsmaßnahmen.

(Terres des Femmes - Menschenrecht für die Frau 1/03)
Auf den Spuren der Freier - Sextourismus als Tagesausflug

Im deutsch-tschechischen Grenzgebiet blüht der Handel mit "Kindersex". Der Großteil der Kinder kommt aus dem Gebiet selbst. Die Mädchen und Jungen werden extrem jung - im Vorschulalter - rund um die Uhr in Parks, auf Supermarktparkplätzen und an Straßen angeboten.

(Terres des Femmes - Menschenrecht für die Frau 1/03)
Afghanistan: Hilfe ist ein Wettlauf gegen das Vergessen

Caritas startet Schul- und Ausbildungsprojekt für Frauen in Nord-Afghanistan mit tatkräftiger Unterstützung der österreichischen Wirtschaft.

(OTS0105 vom 17.1.2003)
Hilfe von außen tut not

Der Wiener Frauennotruf verzeichnete 2002 um 20 Prozent mehr Anrufe und Beratungen.

(dieStandard.at vom 15.1.2003)
Spanien stellt Genitalverstümmelung an Frauen unter Strafe

Verschärfte Asylpolitik sieht sofortige Ausweisung für illegale Straftäter vor.

(dieStandard.at vom 13.1.2003)
Menschenrechtsbeirat kämpft ums Überleben

Der Menschenrechtsbeirat ist seit Jahresbeginn handlungsunfähig. Weil das Innenministerium Verträge für die Kommissionen nicht verlängert hat, ist die Kontrolle der Polizei zusammengebrochen.

(der Standard vom 4.-6.1.2003)
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