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{THEMA}Schlagzeilen{KAPITEL}2004 |
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Afghanistan: Die Braut ist erst 7 Jahre alt
Kinderheirat ist in Afghanistan zwar offiziell verboten, wird jedoch praktiziert. Die jungen Bräute sind dabei fallweise erst 7 oder 8 Jahre alt, 12-jährige Mädchen werden an Männer verheiratet, die 30 oder 40 Jahre alt sind. In jungen Jahren haben diese Frauen bereits drei bis vier Kinder. Trotzdem wurde bisher nichts unternommen, um die weit verbreitete Zwangsverheiratung junger Mädchen zu unterbinden. Dabei muss nach afghanischem Recht ein Mädchen mindestens 16 Jahre alt sein, um eine Ehe eingehen zu können. Selbst die islamische Scharia fordert ein Mindestalter von 15 Jahren. medica mondiale hat jetzt den ersten Report über Mädchenheirat in Afghanistan erstellt. Die Kabuler medica mondiale Mitarbeiterinnen Sejia Bahgam und Wahida Mukhatari haben rund 25.000 Krankenakten aus Entbindungsstationen und 74.000 Akten aus 15 Kabuler Schulen ausgewertet. Ergebnis: In jedem Krankenhaus hatten Mütter entbunden, die selbst erst 12 oder 13 Jahre alt sind. Die zuständigen Ministerien - darunter Justizminister Dr. Abdul Hamid Karimi, Gesundheitsministerin Dr. Sohaila Seddiki und Frauenministerin Habiba Saribi - kündigten eine nationale Aufklärungskampagne gegen Mädchenheirat an. Mehr zur Arbeit in Afghanistan bei [>medica mondiale]. (medica mondiale vom 29.12.2004)
Iran: Steinigung ausgesetzt
Nach internationalen Protesten ist im Iran die Steinigung einer Ehebrecherin vorerst ausgesetzt worden. Zunächst solle nun die Entscheidung einer Begnadigungskommission abgewartet werden, zitiert die Zeitung "Tossee" einen Justizmitarbeiter. Laut dem Blatt hatte die betroffene Iranerin zusammen mit ihrem Liebhaber vor vier Jahren ihren Ehemann getötet. Ein Gericht verurteilte die Frau zu 100 Peitschenhieben, 5 Jahren Gefängnis und anschließendem Tod durch den Strick. Das Verfassungsgericht wandelte das Urteil später wegen Ehebruchs in Tod durch Steinigung um. (ORF Teletext vom 24.12.2004)
Das Schönste, was Dir passieren kann - Kommentar -
Eine österreichische Sektmarke wirbt im "Schaufenster" mit einer nackten Stewardeß und dem Text: "Unsere Uniformen fehlen noch, aber der Sekt ist schon da." Wunderbar, alle Stewardessen werden sich über diese Werbung freuen, denn sie kämpfen über den Wolken nicht nur mit betrunkenen Passagieren, sondern auch mit sexistischen Aussagen und Wünschen liebeshungriger Fluggäste. Da wird eine solche Werbung sicher dazu beitragen, die Phantasie zu beleben und die Arbeit der Geplagten zu erschweren. Liebe MarketingmanagerInnen, wir wissen "Sex sells", aber ihre Werbung geht zu Lasten dieser Berufsgruppe, und sexistische Werbung mögen wir schon gar nicht. (Presse vom 17.12..2004)
Zum Tode verurteilt
Das Todesurteil für eine junge Iranerin, die seit ihrem 8. Lebensjahr zur Prostitution gezwungen wurde, löste auch hier in Österreich Empörung aus. Nach Präsidentin Prammer haben auch die neue Außenministerin Plassnik und die Bundesministerin Rauch-Kallat ihre Betroffenheit und ihre Sorge über Menschenrechtsverletzungen im Iran zum Ausdruck gebracht. Kommentar von proFRAU: Eine Frau, die zur Prostitution gezwungen wurde, vergewaltigt oder gehandelt wurde, bedarf aller Hilfe und Unterstützung, um von diesem Alptraum los zukommen. Eine Verurteilung zum Tode ist ebenso unverständlich wie andernorts Ausgrenzungen aus der Gesellschaft, Stigma oder Abschiebung. Die berechtigte öffentliche Empörung in diesem Fall darf nicht vergessen lassen, dass Abschiebung und Ausgrenzung auch hier bei uns stattfinden. Aber vor anderen Türen kehren Frau und Mann besser. (OTS 0119, 0203 und 174 vom 15./16.12.2004)
Geschütztes Geschlecht von Elfriede Hammerl
Neun von zehn Kriegstoten sind Zivilpersonen, acht davon Frauen und Kinder. Elfriede Hammerl zeigt in ihrer Kolumne auf, dass Frauen und Kinder immer Opfer von Krieg und Gewalt sind, auch wenn sie in der Berichterstattung nicht im Vordergrund stehen. Gewalt an Frauen ist alltäglich und nicht auf Kriegs- und Krisengebiete beschränkt. "Gewalt gegen Frauen findet nicht nur weit weg statt, sondern auch hier, mitten unter uns. Und obwohl Österreich über vergleichsweise gute (wenn auch noch nicht optimale) gesetzliche Instrumente wie das Wegweiserecht verfügt, fehlt es doch an vielem. Zum Beispiel an Frauenhäusern in Tirol, Vorarlberg und im nördlichen Niederösterreich. Zum Beispiel an Arbeitsmöglichkeiten und Kinderbetreuungseinrichtungen [...]". (Wie wahr, bleibt uns hier nur zu sagen. Mögen die verantwortlichen Frauen und Männer doch auch Elfriede Hammerl's Kolumne lesen.) (profil vom 6.12.2004)
Schweigemarsch für Gesteinigte
Tausende Menschen demonstrierten am Samstag in Frankreich gegen Gewalt an Frauen. Anlass war der "Internationale Tag gegen Gewalt" am 25. November, aber auch die Ankündigung der französischen Regierung, vermehrt gegen Gewalt an Frauen vorgehen zu wollen. Die OrganisatorInnen bezifferten die TeilnehmerInnen in Paris mit 8.000, die Polizei schätzte die Zahl auf 2.800. In der südlichen Hafenstadt Marseille trafen sich mehr als 1.000 AktivistInnen zu einem Schweigemarsch, um der 23-jährigen Tunesierin Ghofrane Haddaoui zu gedenken, die vergangenen Monat gesteinigt wurde. Die Leiche des verstümmelten Opfers wurde am 17. Oktober auf einem leerstehenden Grundstück am Stadtrand von Marseille gefunden. (dieStandard vom 28.11.2004)
Buchtipp: Sexualisierte Kriegsgewalt und ihre Folgen
Gabriele Mischkowski gelang mit ihrem "Handbuch zur Unterstützung traumatisierter Frauen in verschiedenen Arbeitsfeldern" eine umfassende Chronik der Hintergründe von sexualisierter Gewalt im Krieg. Das Buch bietet daneben wichtige Hinweise über die Arbeit des Vereins "Medica Mondiale" (medica mondiale e.V. [>www.medicamondiale.org]) und viele Grundlagen und Wissen für die Arbeit mit Überlebenden sexualisierter Kriegsgewalt inklusive der Arbeit des Internationalen Strafgerichtshofs. Erschienen im Mabuse-Verlag 2004 ([>www.mabuse-verlag.de]). (proFRAU vom 24.11.2004)
"Nein zu Gewalt an Frauen"
Der 25. November wird auch heuer von vielen Frauenorganisationen genutzt, um auf die Gewaltsituationen von Frauen aufmerksam zu machen. Als sichtbares Zeichen im öffentlichen Raum haben sich heuer wieder einige Organisationen an der Fahnenaktion von Terre-des-Femmes beteiligt. Die Fahne mit dem Slogan "Frei leben" wird an zahlreichen öffentlichen Gebäuden zu sehen sein und drückt damit den Wunsch aller Frauen nach einem selbstbestimmten Leben aus. (proFRAU vom 22.11.2004)
"Women in the box" - Kommentar -
Jetzt ist es für jede Frau und jeden Mann sichtbar: Wir Frauen machen uns bei Bedarf klein, sind leicht stapelbar und auch sonst vielseitig verwendbar. Die Caritas ruft mit ihrer neuen Plakatwerbung - eine Frau in einer Schachtel - zur Spende für in Not geratene Frauen auf. Keine Frage, die Caritas verfolgt hier ein lobenswertes Ziel, Frauen aus der Armutsfalle zu befreien. Doch es kann nicht widerspruchslos hingenommen werden, dass hier eine Hilfsorganisation versucht, ein strukturelles Problem zu lösen. Hier sind die PolitikerInnen gefordert, Maßnahmen für die Bekämpfung der Frauenarmut zu setzen. Dazu gehören qualitative Teilzeitarbeitsplätze für Frauen mit Kindern, Weiterbildungsmöglichkeiten und ausreichend Kinderbetreuungsplätze. Kinder sind zwar gern gesehene Stützen unseres Pensionssystems, für ihre Betreuung und Bildung wird aber immer weniger Geld zur Verfügung gestellt. Auch das erhöhte Karenzgeld, das ja immer als "Ausgleich" für die finanziellen Auslagen angeführt wird, ist hier eindeutig zu wenig! Frau muss dazuverdienen und will auch eigene Pensionsansprüche, um der Armutsfalle im Alter zu entgehen. Wir wollen uns nicht mit Zuständen abfinden, die nicht zufriedenstellend sind. "Get out of the box". (Redaktion vom 15.11.2004)
Lebensrealitäten von Migrantinnen - Veranstaltungshinweis -
Das Schicksal von Migrantinnen wird in Österreich oft totgeschwiegen oder verliert sich in eindimensionalen Ansichten. Fünf verschiedene Frauenorganisationen in Wien möchten Sie auf die Pluralität von Lebensrealitäten aufmerksam machen und Ihnen Empowerment-Prozesse von Migrantinnen näher bringen. Mittwoch, 1.Dezember 2004 um 18:30 in der Secession, 1010 Wien, Friedrichstraße 12 (proFRAU vom 10.11.2004)
Weitere Auszeichnung für Waris Dirie
Die Katholische Männerbewegung hat nun ebenfalls Waris Dirie für ihren Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung mit dem Oscar Romero Preis ausgezeichnet. Sie wird den mit 10.000 Euro dotierten Preis am 25. November im Wiener Museumsquartier entgegen nehmen und bei Veranstaltungen in Linz, Graz und Innsbruck zu Gast sein. (Südwind Online vom 5.11.2004)
White Ribbon Aktion
White Ribbon, der Verein von Männern zur Prävention von männlicher Gewalt, startet zum 25. November, dem Tag "Nein zu Gewalt an Frauen" seine Plakataktion gemeinsam mit der ÖH. Alle männlichen Parlamentarier und Wiener Gemeinderatsabgeordnete bekommen einen White Ribbon und Informationsmaterial zugesandt mit der Bitte den Ribbon am 25. November öffentlich zu tragen. Weiters gibt es Benefizveranstaltungen, deren Erlös den Frauenhäusern und Frauennotrufen zugute kommen wird. (White Ribbon Newsletter vom 4.11.2004)
Caritas startes Spendenaktion für Frauen in Not
Nach Aussagen des Caritas-Präsidenten leben in Österreich 200.000 Frauen in akuter Armut, und rund 13% der weiblichen Bevölkerung (rund 536.000) sind akut armutsgefährdet. Besonders von Armut betroffen sind Alleinerzieherinnen, Frauen in kinderreichen Familien und Pensionistinnen. Eine besondere Form der Armut ist die Wohnungslosigkeit bei Frauen als extremste Form der Armut. Daher sollen die Gelder der diesjährige Novemberaktion besonders Frauen in Not helfen. (OTS 0103 vom 29.10.2004)
Afrikanische Frauenorganisation im Web
Seit kurzem ist die Afrikanische Frauenorganisation Wien auch im Internet unter [>www.african-women.org] zu finden. Neben den Formen von FGM werden auch rechtliche Rahmenbedingungen in Österreich, Schweden, Norwegen und Großbritannien vorgestellt sowie in kürze auch Projekte. (proFRAU vom 23.10.2004)
"Nicht jede Frau hat einen so starken Willen"
Souad hat dank der Menschenrechtsaktivistin Jacqueline Thibaut einen Ehrenmordanschlag überlebt und lebt seit 25 Jahren in Europa. In dem Buch "Souad - Bei lebendigem Leib" hat sie ihre Lebens- und Leidensgeschichte erzählt. In der aktuellen Ausgabe von "Menschenrechte für die Frau" von Terre-des-Femmes nimmt sie nun Stellung zu ihrer Lebensgeschichte und spricht über ihre Familie und über die Arbeit der Stiftung "Surgir". (proFRAU vom 15.10.2004)
Handbuch "Ein Weg aus der Gewalt"
Im Rahmen der diesjährigen WAVE (Women against Violence Europa) wurde ein Handbuch zum Aufbau und zur Organisation eines Frauenhauses vorgestellt. Expertinnen und langjährige Frauenhaus-Mitarbeiterinnen aus acht Ländern haben ihre Erfahrungen und ihre Konzepte zu einem einheitlichen praktischen Handbuch zusammengefasst. Darin werden Empfehlungen und Tipps zur Gründung und Finanzierung eines Frauenhauses ebenso beschrieben wie die Sicherheit und Sicherheitslage sowie Betreuungsangebote und Qualitätsmanagement. Die Zahl der hilfesuchenden Frauen ist trotz vermehrter Bewußtseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit im steigen. Ob nun die derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wie steigende Arbeitslosigkeit, dazu führen, dass Gewalt an Frauen zunimmt oder die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit die betroffenen Frauen dazu ermutigt, vermehrt Hilfseinrichtungen aufzusuchen, ist auch unter Expertinnen nicht eindeutig zu klären. Richtig ist wohl beides, und es führt dazu, dass die Hilfseinrichtungen an der Grenze ihrer finanziellen und personellen Kapazität stehen. Das Handbuch kann angefordert werden unter [@office@wave-network.org]. (proFRAU vom 14.10.2004)
Schwimmen Frauenrechte im Öl davon? -Kommentar-
Das saudische Königshaus hat nicht nur wirtschaftlicher Probleme: die Arbeitslosigkeit steigt, die Bevölkerung ist in den letzten 30 Jahren explosionsartig gewachsen, sondern befindet sich auch in einem immer stärkeren Spannungsfeld durch die Unterstützung der wahabitischen Fundamentalisten. Nun sollen erstmals Teilwahlen auf kommunaler Ebene durchgeführt werden. Im ersten Schritt wird noch im Herbst die Hälfte der Gemeinderäte gewählt. In einem repressiven System ein kleiner Erfolg für die Demokratie scheint es, jedoch kein Erfolg für die Frauen, denn diese werden nach letzten Meldungen von den Wahlen ausgeschlossen. Die Hoffnungen der FrauenrechtlerInnen auf Mitbestimmung in einem bisher streng patriarchal und feudal geführten Land sind damit vorerst dahin. Doch während die internationalen Menschen- und Frauenrechtsorganisationen in Sachen Frauenrechte, z.B. in Bonn, anläßlich der internationalen Afghanistan-Konferenz im Jahr 2001 mit konkreten Wünschen und Forderungen Druck auf die PolitikerInnen machten, ist es in Sachen Wahlen in Saudi Arabien einmütig still. Trotz intensiver Recherchen in deutschsprachigen Zeitungen ist kaum etwas über die kommenden Wahlen zu lesen, geschweige denn über die Ausgrenzung der Frauen. Kein Wunder, werden Sie denken, die Saudis haben Öl, und da möchte sich niemand die "Finger verbrennen"! Vermutlich wahr, doch stellt sich hier die Frage, ob Frauenrechte mit zweierlei Maß zu messen sind: Sofern es politisch und wirtschaftlich opportun ist, wird öffentlich diskutiert und protestiert, dann aber, wenn politische oder wirtschaftliche Interessen dagegen stehen, wird geschwiegen. Und schon fühlen sich all jene wieder bestätigt, die meinen, Menschenrechte sind nicht universell sondern abhängig von kulturellen und traditionellen Rahmenbedingungen oder von wirtschaftlichen Zwängen. Wir fordern daher alle Leserinnen und Leser auf, die Frauen in Saudi Arabien dadurch zu unterstützen, dass diese Wahlen zum Thema gemacht und diskutiert werden, und dass Druck auf heimische und internationale PolitikerInnen gemacht wird, damit Frauen endlich überall ihre Grundrechte wahrnehmen können.
Quellen und Tipps zum Weiterlesen: (proFRAU-Redaktion am 14.10.2004)
Nigerianerin soll gesteinigt werden
Eine 29-jährige geschiedene Frau ist in Nigeria zum Tod durch Steinigung verurteilt worden, weil sie ein uneheliches Kind bekommt. Die Frau habe gestanden, eine Affäre mit einem Mann gehabt zu haben, der ihr versprochen habe, sie zu heiraten, sagte ein Sprecher des Bundesstaates Bauchi. Vor Gericht sagte dieser Mann aber aus, die Frau nicht zu kennen. Die Scharia, das islamische Recht, wurde 1999 in 12 von 36 Bundesstaaten von Nigeria wieder eingeführt. Demnach werden Ehebrecher gesteinigt. Bisher wurde aber kein Todesurteil vollstreckt. (ORF Teletext vom 13.10.2004)
Spanien verabschiedet ein Gesetz gegen Gewalt in der Ehe
Der von allen Fraktionen gebilligte Entwurf sieht härtere Strafen für Männer vor, die ihre Frauen misshandeln. Außerdem werden Sondergerichte für Misshandlungsfälle geschaffen. Ferner soll ein Netzwerk zur Unterstützung der Opfer aufgebaut werden. (proFRAU: Die Zahlen der Tötungsdelikte an Frauen sind in Spanien bei weitem höher als im EU Durchschnitt. Der neue Premierminister Zapatero hatte daher bereits bei Amtsantritt ein strengeres Gesetz angekündigt.) (dieStandard.at vom 7.10.2004)
"Tatmotiv Ehre"
Das Buch, herausgegeben von Terre-des-Femmes, Tübingen, zeigt auf, wie Frauen im Namen der Ehre ihre Menschenrechte einbüßen. Jährlich werden tausende Mädchen und Frauen im Namen der Ehre von ihrer eigenen Familie ermordet. Der Grund: sie haben sich nicht gemäß ihrer traditionellen Rolle als Frau und Mutter verhalten und somit die Ehre des Mannes bzw. der gesamten Familie verletzt. Das Buch verdeutlicht anhand von Länderbeispielen und Erfahrungen von Betroffenen die Ursachen und verschiedenen Formen von Ehrverbrechen. Internationale Kampagnen und Projekte werden vorgestellt sowie Präventionsmaßnahmen und Forderungen auf nationaler und internationaler Ebene erläutert. Bezugsquelle über [>www.frauenrechte.de] (proFRAU vom 3.10.2004)
"medica mondiale" zieht Helferinnen aus Afghanistan zurück
Die Frauen-Hilfsorganisation "medica mondiale" zieht ihre fünf internationalen Mitarbeiterinnen aus Afghanistan ab. Der Grund für den Rückzug von zwei Deutschen, zwei Britinnen und einer Belgierin sei die angespannte Sicherheitslage in Afghanistan kurz vor den Präsidentschaftswahlen am 9. Oktober, teilte die Hilfsorganisation am Freitag in Köln mit. (dieStandard vom 01.10.2004)
Hart gegen Menschenhändler
Das serbische Parlament hat neulich ein Gesetzespaket verabschiedet, das weitaus härtere Strafen für "Sex-Trafficking" vorsieht als bisher. Aleksandar Olenik, Chef des im März gegründeten serbischen Koordinationsdienstes für den Schutz gehandelter Menschen, bezeichnet Serbien hauptsächlich als Transitland für viele Frauen aus dem Nahen Osten. Der neu gegründete Dienst arbeitet Hand in Hand mit vielen Frauenorganisationen in Serbien, der OSZE und der EU, und soll die Bürokratie umgehen und schnell und mobil handeln. In Zusammenarbeit mit der OSZE werden die serbische Staatsanwaltschaft, die Polizei und die Grenzpolizei ausgebildet, Menschenhandel zu erkennen und die Opfer richtig zu behandeln. (Der Standard vom 25.9./26.9.2004)
Indien: Muslimische Behörden verbieten Geschlechtertests bei Föten
Zwei islamische Organisationen in Indien haben per Erlass verboten, eine Geschlechterbestimmung bei Föten vorzunehmen und weibliche Föten abzutreiben. Die islamischen Richtlinien wurden erlassen, nachdem eine Studie über die unausgewogene Geschlechterbalance für Aufmerksamkeit sorgte. Der geringe Anteil von Frauen in der Bevölkerung sei laut Expertinnen aufgrund der weitverbreiteten Abtreibung weiblicher Föten zu erklären. Obwohl Fötus-Untersuchungen verboten sind, werden sie in Indien täglich illegal durchgeführt. Weibliche Babies werden sowohl von der hinduistischen Mehrheit als auch von der muslimischen Minderheit (13,4% der Gesamtbevölkerung) als Belastung empfunden. (dieStandard.at vom 24.9.2004)
Sklaverei - transatlantisch, historisch und modern
Bei diesem Schwerpunktthema in der neuen Ausgabe "Frauensolidarität" geht es auch um die modernen Formen der Sklaverei. Die Autorinnen analysieren und berichten von Untersuchungen des Europarates zu diesem Thema, von der Situation in den Weltmarktfabriken (Maquilas), von Sklaverei im Haushalt und von Versklavung in die Sexarbeit bei Frauenhandel. (Frauensolidaritaet Nr. 89 von 3/04)
Härtere Strafe für Ehrenmord
Das türkische Parlament in Ankara hat, nach Berichten türkischer Medien, erste Teile einer umfassenden Strafrechtsreform verabschiedet. Dazu zählt eine neue Behandlung so genannter "Ehrenmorde". Das Parlament schaffte die Strafminderung bei jenen "Ehrenmorden" ab, die mit "Provokation" durch das Opfer begründet worden waren. Künftig liegt es im Ermessen des Richters, ob er bei Tötung im Affekt Strafnachlass gewährt. (Süddeutsche Zeitung vom 16.9.2004)
Shirin Ebadi in Wien
Die Friedensnobelpreisträgerin sprach in ihrer mit Spannung erwarteten Rede über die Diskriminierung der Frau in westlichen und islamischen Ländern und über die Notwendigkeit, Diskriminierung abzubauen, um Demokratie möglich zu machen. Dabei verwehrte sie sich gegen Intervention von außen. (www.ceiberweiber.at vom 14.9.2004)
Eins zu null für Scheherazade
Im arabischen Fernsehen treten immer mehr Frauen auf - nicht nur als Bauchtänzerinnen, sondern auch als Reporterinnen, Filmproduzentinnen und Moderatorinnen; sogar eine bedeutende Wirtschaftsjournalistin ist darunter. 64 Prozent aller Zuschauer im arabischsprachigen Raum sind Frauen, doch der wichtigste Trumpf, den der Sender al-Dschasira gegen die saudische Konkurrenz ausspielen kann, sind die Starjournalistinnen, deren Eloquenz nicht nur von den weiblichen Zuschauern geschätzt wird. Treibende Kraft hinter dieser Entwicklung ist allerdings weniger der Feminismus als vielmehr die Satellitenschüssel. Damit könnte sich ein technisches Medium zum Katalysator einer Erneuerung der islamischen Gesellschaften entwickeln. (Online TAZ/Le Monde diplomatique vom 10.9.2004 - Fatima Mernessi)
Empörung über geplantes Gesetz gegen Ehebruch
Eine Gesetzesinitiative, die Ehebruch unter Strafe stellen will, belastet die Beziehungen der Türkei zur EU. Politiker aller Parteien kritisierten heute in deutlichen Worten das Vorhaben des türkischen Premierminister Recep Tayyip Erdogan. Die türkischen Regierungsparteien planen ein Gesetz, das Ehebruch dann mit Gefängnis bestraft, wenn ein Ehepartner den anderen anzeigt. Dieses Gesetz war in der Türkei bis 1996 in Kraft, wurde dann nach Protesten aber abgeschafft, weil es vor allem gegen Frauen angewandt worden war. Die Wiedereinführung des Ehebruch-Gesetzes begründete Erdogan mit der "Heiligkeit der Familie. Wenn die Familie geschwächt ist, zerstört das auch das Land." (Online Spiegel vom 9.9.2004)
Ärztinnen und Karriere - "Führungsstarke Frauen gelten als zickig"
In vielen deutschen Krankenhäusern sucht man vergeblich nach Ober- oder Chefärztinnen. Die aktuelle Studie "Frauen in der Medizin" der Bund-Länder-Kommission (BLK) bestätigt: Frauen wird die Karriere immer noch schwerer gemacht als Männern. Während inzwischen sogar mehr junge Frauen ein Medizinstudium beginnen als Männer, und nahezu gleich viele die auslaufende Qualifikationsstufe "Arzt im Praktikum" absolvieren, sinkt der Frauenanteil zwischen Promotion und Habilitation deutlich: In der Human- und Zahnmedizin um 30,5 Prozent, in der Veterinärmedizin sogar um 33,4 Prozent. (Online Süddeutsche vom 9.9.2004)
Genitale Verstümmelung an Mädchen im Sudan stoppen
Der Verein "Ekando Kumer" setzt sich gegen Genitale Verstümmelung von Frauen und Mädchen im Sudan - hier sind 19 Millionen Frauen und Mädchen genital verstümmelt - ein. Um die Mädchen, welche nicht beschnitten werden, vor der sozialen Ausgrenzung zu bewahren, setzen die KoordinatorInnen des Projekts auf Information und Bildung. Sie klären vor allem über die gesundheitlichen Folgen auf und arbeiten mit einer sudanesischen Gynäkologin, einer Jugendanwältin sowie mit Lehrerinnen zusammen und sind damit vor Ort engagiert im Einsatz. Aufklärungsvideos auf Arabisch sind vorhanden, und ein sudanesischer Koordinator kennt sich mit den sudanesischen Behörden aus. Für nicht beschnittene Mädchen sollen eigene Schulklassen gegründet werden, wo auch den Müttern Gesprächsabende und Ausbildung in Handfertigkeiten angeboten werden, um damit eine ökonomische Unabhängigkeit zu erreichen. Für die Durchführung dieses Projektes ist der Verein auf UnterstützerInnen angewiesen. Mit einer Patenschaft von 12 Euro im Monat kann ein Mädchen im Sudan vor der genitalen Verstümmelung bewahrt werden. Mehr Infos unter [>www.schuelerpatenschaften-senegal.at]. (dieStandard.at vom 7.9.2004)
16jähige im Iran erhängt wegen "unkeuschen Verhaltens"
Tod durch Erhängen wegen "unkeuschen Verhaltens", so lautete das Urteil gegen Ateqeh Rajabi. Laut Presseberichten hat der Richter der 16jährigen den Strick eigenhändig umgelegt. Vollstreckt wurde die Todesstrafe am 15. August in Neka in der nordiranischen Provinz Mazandaran. (amnesty newsletter vom 27.8.2004)
Bund hungert NGOs aus
"Die Aushungerungspolitik des Bundes gegenüber NGOs und Beratungsstellen nimmt kein Ende. Die Stoßrichtung ist dabei klar: Beratungsstellen, die wichtige Arbeit für die Gesellschaft leisten, wird Schritt für Schritt die Grundlage entzogen", betonte Integrationsstadträtin Mag.a Sonja Wehsely Donnerstag nach einem Besuch bei der ZARA - Beratungsstelle für ZeugInnen und Opfer von Rassismus. "Eines der größten Probleme für alle Vereine ist der Zeitpunkt über Subventionsentscheidungen. Der Bund trifft diese oft erst im Spätherbst, wodurch Vereine und ihre Vorstände in erhebliche Schwierigkeiten kommen", so Wehsely. Präventive Kündigungen, damit im Falle gebrochener Subventionsversprechungen arbeitsrechtliche Kündigungsbestimmungen eingehalten werden können, seien die Folge, schloss Wehsely. (OTS vom 26.8.2004)
Abschiebung aus Österreich trotz drohender Genitalverstümmelung
Jennifer Edokpolor wurde in Schubhaft genommen. Die 22jährige beantragte am 05.07.2004, ihr in Österreich gemäß § 7 AsylG Asyl zu gewähren. Jennifer Edokpolor ist nigerianische Staatsbürgerin und flüchtete aus ihrer Heimat über Deutschland nach Österreich, da sie nicht beschnitten ist und ihr eine Zwangsbeschneidung droht. Der Asylantrag von Jennifer wurde von der Erstaufnahmestelle Ost zurückgewiesen, ohne eine inhaltliche Prüfung der Fluchtgründe vorzunehmen. Der Bundesminister für Inneres, Dr. Ernst Strasser, wird aufgefordert, eine menschliche Entscheidung zu treffen, diese Frau aus der Schubhaft zu entlassen und die geplante Abschiebung zu verhindern. Rückfragen: Rev. Victor Ihueghian, AHDA ([>www.ahda.at]). (proFRAU vom 24.8.2004)
Fair gehandelt - für viele egal
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zähle das Argument "fair gehandelt" in Österreich derzeit nur wenig, meint Norbert Pühringer, Einkaufsleiter bei Leiner und Kika. Dennoch werde Leiner, und in Zukunft auch Kika, Teppiche mit dem Gütesiegel "Step" - das für Gerechtigkeit und Transparenz in der Teppichherstellung und im Handel steht - verkaufen. Einzelne Fachhändler tun dies schon länger, bzw. haben eine eigene Marke ("Floor Motion" - Teppichhaus Gebrüder Vartian) ins Leben gerufen. Was heißt "fair"? Nach dem Step-Kodex bedeutet "faire Teppichherstellung" gerechte Arbeitsbedingungen und Löhne, die auch ausbezahlt werden, ökologische Produktionsmethoden sowie keine missbräuchliche Kinderarbeit, d.h. Kinder knüpfen sehr wohl stundenweise mit, es wird aber darauf geachtet, dass sie trotzdem in die Schule gehen können. Infos: [>www.label-step.org]; [>www.care-fair.org]; [>www.rugmark.org]. (Presse vom 17.8.2004)
Armut treibt in die Prostitution
Laut Chris van der Burgh, Aids-Experte (in der Abteilung für Globale Herausforderungen) der Vereinten Nationen in Wien, breitet sich das Aids-Virus trotz Vorsorgeprogrammen weiter aus. Nach Schätzungen tragen fast 40 Millionen Menschen das Aids-Virus in sich. Am schlimmsten ist die Situation in Schwarzafrika. Viele Regierungen wollen noch immer nicht wahrhaben, dass es in ihrem Land ein Aids-Problem gibt. Aber auch in Europa wird Aids zunehmend ein Problem. Opfer von Menschenhändlern, welche zur Prostitution gezwungen werden, infizieren sich und verbreiten dann das Virus weiter. Als dritter Grund wird die Ansteckung von Drogenkranken mit verunreinigten Injektionsnadeln genannt. Vor allem Osteuropa ist davon betroffen. (die Presse vom 16.8.2004)
Die Stimmen hinter den Schleiern werden immer lauter
Bereits Anfang Juni diskutierten in Saudi-Arabien Frauen und Männer drei Tage die Rolle der Frau im Allgemeinen, im Bereich der Erziehung und am Arbeitsplatz sowie über Rechte und Pflichten der Frau im Islam. Thema waren auch die ersten Kommunalwahlen im kommenden Frühling, zu denen Frauen nicht wahlberechtigt sein sollen. Die Rolle der Frau könnte sich schon bald ändern, denn durch zu wenig Öleinnahmen - die jedem zu Gute kommen - für eine ständig steigende Bevölkerung könnte die Trennung von Mann und Frau volkswirtschftlich schon bald nicht mehr tragbar sein. In immer mehr Familien müssen auch die Frauen arbeiten. (Basler Zeitung vom 12.8.2004)
Nordrhein-Westfalen/Deutschland kämpft gegen den Frauenhandel
Gegenüber dem Vorjahr konnte die Polizei über 19 Prozent mehr Straftaten aufdecken. Die hohe Aufklärungsquote führt der Innenminister, Fritz Behrens, auf das neue Konzept zurück, an dessen Übernahme auch die Länder Belgien, Italien, Österreich und Schweden Interesse gezeigt hätten. Frauen, die nicht aussagen wollen, können innerhalb einer Vier-Wochen-Frist ihre Ausreise vorbereiten. Die Frauen sind oft gleichzeitig Opfer, Zeugin und Tatverdächtige. Für Opfer, die in ihr Heimatland zurückkehren wollen, leiste das Land Nordrhein-Westfalen seit August eine besondere Starthilfe für Reintegrationsmaßnahmen. Das Geld erhält die Internationale Organisation für Migration (IOM) jeweils für die betroffene Person. IOM leitet damit im Heimat- beziehungsweise Zielland die Betreuung der Frauen und die erforderlichen Reintegrationsmaßnahmen ein. (www.rp-online.de vom 2.8.2004)
Serbien und Montenegro / Kosovo: Internationale Friedenstruppen als Wegbereiter für Sex-Sklaverei
Seit 1999 an die 40.000 KFOR-Soldaten - darunter auch 500 aus Österreich - im Kosovo stationiert wurden, entwickelte sich das Kosovo zu einem der europäischen Hauptzielländer für Frauen- und Mädchenhandel: Die Zahl der registrierten Etablissements, in denen Frauen als Zwangsprostituierte arbeiteten müssen, stieg von 18 im Jahr 1999 auf über 200 Ende 2003. Die UN-Mission im Kosovo (UNMIK) hat das Problem des Frauen- und Mädchenhandels mittlerweile erkannt und einige positive Maßnahmen dagegen gesetzt. U.a. wurden rund 200 Bars und Nachtclubs auf eine "schwarze Liste" gesetzt, die UN-MitarbeiterInnen und Soldaten nicht besuchen dürfen. Weiters wurde 2000 eine UNMIK Spezialeinheit gegen Frauenhandel und Prostitution gegründet (TPIU) und 2001 eine eigene UNMIK-Richtlinie erlassen, die Frauenhandel kriminalisiert. Diese Maßnahmen reichen aber aus der Sicht von ai bei weitem nicht aus, bzw. ist ihre Umsetzung mangelhaft. Mehr Infos und die Möglichkeit zur Aktion auf www.amnesty.at. (amnesty internatonal Österreich vom 29.7.2004)
Gewalt an Frauen als Todesursache Nummer eins
Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Gewalt die häufigste Todesursache von Frauen zwischen 16 und 44 Jahren und rangiert damit vor Krebs oder Verkehrsunfällen. Und auch wenn Kriege, Umweltkatastrophen und Globalisierung sowohl Männer als auch Frauen in Mitleidenschaft ziehen, die überproportionalen Lasten müssen dennoch die Frauen tragen. Ungleiche Macht- und Besitzverhältnisse sowie frauenfeindliche religiöse Gebräuche und Gesetze bereiten den Boden dafür, dass Millionen Frauen Opfer von Gewalt werden. Siehe auch die aktuelle Kampagne von amnesty international unter www. amnesty.at. (dieStandard.at vom 25.7.2004)
Lebenslang für "Ehrenmorde": Türkei beschloss Abschaffung der Strafnachlässe für diese Art der Frauenmorde
Nun hat sich die Türkei endlich entschlossen, die "Ehrenmorde" an Frauen künftig mit lebenslänglichen Haftstrafen zu ahnden. Der Rechtsausschuss des Parlaments legte Anfang Juli eine entsprechende Gesetzesänderung vor. Derzeit werden "Ehrenmorde" mit höchstens 24 Jahren Gefängnis bestraft, wobei die Mörder in der Regel schon nach zehn Jahren freikommen - meist auf Kaution. (dieStandard.at vom 25.7.2004)
AIDS: Zunehmend Frauen betroffen
UNIFEM warnt vor bedrohlicher Entwicklung - "Die HIV/Aids-Epidemie hat die Frauen jetzt fest im Griff" Die Immunschwächekrankheit Aids trifft zunehmend Frauen. Vor der 15. Welt-Aids-Konferenz in Bangkok, die am Sonntag beginnt, warnte der UNO-Entwicklungsfonds für Frauen (UNIFEM) am Freitag vor einer weltweiten bedrohlichen Entwicklung. Mittlerweile sei fast die Hälfte aller HIV-Infizierten weiblich, 1985 waren es 35 Prozent. Mehr Infos unter [>www.unaids.org/EN/default.asp]. (dieStandard.at vom 9.7.2004)
NATO gegen Prostitution in Einsatzgebieten
Mit Null-Toleranz-Politik soll künftig auch gegen Menschenhandel vorgegangen werden. Soldaten und zivile MitarbeiterInnen der NATO sollen sich bei Einsätzen in Krisengebieten nicht an der Förderung von Prostitution und damit häufig auch des Menschenhandels beteiligen. Das will die Allianz durch Sensibilisierung der eigenen Truppe und durch strenge Verhaltensregeln erreichen, wie zwei NATO-Botschafter am Donnerstag in Brüssel ankündigten. "Das ist ein globales Problem und nicht nur ein Problem der NATO," sagte US-Botschafter Nicholas Burns. Nach UNO-Schätzungen seien allein auf den Balkan etwa 200.000 Mädchen und junge Frauen gebracht worden, um häufig gegen ihren Willen als Prostituierte zu arbeiten. "Das ist ein Menschenrechtsproblem enormen Ausmaßes", so Burns. (dieStandard.at vom 8.7.2004)
Bluthochzeiten
- Nicht nur in der Türkei oder in Pakistan werden junge Menschen zwangsverheiratet, sondern auch in Österreich. - Die Zeitschrift "profil" bearbeitet in der Ausgabe Nr. 28 die Umstände und Folgen der Zwangsverheiratung und die Situation der Beratungsstellen. Es gibt für die Betroffenen keine Schutzeinrichtung. Nach Beobachtung der ExpertInnen ist die Zahl der Zwangsverheiratungen steigend. Mehr zum Thema Zwangsheirat unter [www.proFRAU.at/Zwangsheirat]. (profil vom 5.7.2004)
AK Wien: Mehr Frauen arbeitslos
Über 94.000 Frauen waren im Juni ohne Arbeit, das sind um über 2.400 mehr als im Vorjahr. Damit stieg die Frauenarbeitslosigkeit erneut mit 2,7 Prozent überdurchschnittlich an. Wesentliche Ursachen für die schlechten Arbeitsmarktchancen von Wiedereinsteigerinnen sind insbesondere zwei Faktoren: Das Kinderbetreuungsgeld führt zu längeren Berufsunterbrechungen und damit zu erhöhten Problemen bei der Berufsrückkehr: Neben Qualifikationsverlusten ist die Tatsache zu nennen, dass der Kündigungsschutz vor Ablauf des Kinderbetreuungsgeldbezuges endet. Parallel dazu wirkt sich der Beschäftigungseinbruch in den frauendominierten Branchen negativ auf die Rückkehrchancen aus. Die schwierigen Arbeitsmarktbedingungen führen zu einer unfreiwilligen weiteren Berufsunterbrechung in Form von Arbeitslosigkeit. (OTS 0229 vom 1.7.2004)
Stoisits: Gleichbehandlungsgesetz tritt heute in Kraft - Mangelhafte Umsetzung der EU-Antidiskriminierungsrichtlinien
Die von der EU vorgeschriebene Beweislasterleichterung zugunsten des Diskriminierungsopfers, die notwendige unabhängige und mit Ressourcen ausgestattete Anlaufstelle zur Unterstützung der Opfer, die Unabhängigkeit und Weisungsfreiheit von Bundesbediensteten in der Gleichbehandlungsanwaltschaft und vieles mehr seien durch dieses Gesetz schlicht nicht gegeben. Außerdem habe die Bundesregierung mit ihrem Gesetzesentwurf auf einen einheitlichen Schutz vor Diskriminierung für alle Opfergruppen bewusst verzichtet und unterschiedliche Schutzniveaus für Lesben und Schwule, Frauen und Männer, Rassismusopfer und andere geschaffen, so Stoisits. Mehr zum Gleichbehandlungsgesetz unter [>www.parlament.gv.at/pls/portal/url/page/PG/DE/XXII/I/I_00307]. (OTS 0169 vom 1.7.2004)
Akademikerin für LEFÖ gesucht
Die Beratungsstelle LEFÖ (Beratung, Bildung und Begleitung für Migrantinnen) sucht eine Akademikerin im Rahmen des AMS-Akademikertrainings für die Erarbeitung eines EU-Projektes bzgl. von Gewalt betroffenen Migrantinnen und deren Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Bei Interesse bitte bei [LEFÖ] melden. (Aussendung von LEFÖ am 30.6.2004)
Afghanistan: Zwei Wahlhelferinnen gezielt getötet
In Afghanistan haben Taliban-Rebellen erstmals gezielt Wahlhelferinnen angegriffen und im Osten des Landes zwei Frauen getötet. Auch das Kind einer Wahlhelferin sei bei dem Bombenanschlag auf einen Bus mit den beiden Frauen am Samstag bei der Stadt Jalalabad ums Leben gekommen, meldete die afghanische Nachrichtenagentur AIP. Taliban bekennen sich zu "Sabotage" gegen bevorstehende freie Wahlen. (dieStandard.at vom 28.6.2004)
Mord und Ehre
In Großbritannien haben Beamte von Scotland Yard Archivarbeit geleistet und Mordfälle sowie rätselhafte Todesfälle der letzten zehn Jahre noch einmal durchgearbeitet. Sie gelangten dabei zu der Erkenntnis, dass es sich bei vielen Morden an Frauen im asiatischen Einwanderermilieu um Ehrenmorde handeln könnte, die als Feuer- oder Verkehrsunfälle in die Statistik eingingen. (profil vom 28.6.2004)
Mildes Urteil für Menschenhändler in Serbien
Am 24. Februar 2004 verurteilte das Bezirksgericht Goran Lukic und Snezana Miloradovic wegen Entführung zu je eineinhalb Jahren Gefängnis. Sasa Antic und Predrag Markovic aus Smederovo bekamen je sechs Monate wegen Vermittlung zur Prostitution. Jelena Djordevic, Projektkoordinatorin im Anti-Trafficking-Center ATC - einer NGO in Belgrad - bezeichnete die Urteile im Gespräch mit "beta" als "skandalös und absurd unangemessen". Sogar Personen, die wegen Hehlerei verurteilt würden, bekämen strengere Strafen. Nach diesem Urteil sehe es so aus, als sei das Verbrechen des Frauenhandels nur mit geringem Risiko verbunden, dafür aber sehr einträglich. Das könnte weitere Straftäter dazu ermutigen, Mädchen zu entführen, zu verkaufen und in die Prostitution zu zwingen, warnte Djordjevic. (Newsletter amnesty international vom 25.6.2004)
Eröffnung "Haus der Frauen"
Am 23.Juni fand die feierliche Eröffnung vom "Haus der Frauen" der Erstaufnahmestelle Traiskirchen statt. Seit Dezember 2003 können Dank der Menschenrechtsorganisation SOS-Menschenrechte allein stehende und allein erziehende Asylwerberinnen betreut werden. Mehr Informationen unter 0732 / 777 404 18 - 0 oder [@mach@sos.at]. (Newsletter Frauen-ohne-Grenzen vom 15.6.2004)
Bodyshop: Stoppt häusliche Gewalt!
Im Rahmen einer Aktion gegen die Gewalt in der Familie macht The Body Shop auf häusliche Gewalt aufmerksam. Bei Kauf eines Buttons werden 1 Euro bzw. bei Rückgabe eines alten Handy 3,5 Euro an die "Plattform gegen die Gewalt in der Familie" gespendet. Die "Plattform" besteht u.a. aus Frauennotrufe Wien, Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie Wien, Kindertelefon und Frauenhelpline gegen Gewalt. (proFRAU vom 7.6.2004)
Wiener Interventionsstelle: Die personellen Ressourcen sind nicht ausreichend für die Betreuung von Gewaltopfern.
"Die Zuweisungen durch die Wiener Polizei sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, im letzten Jahr wurden über 2.000 Opfer familiärer Gewalt an uns verwiesen", so Logar. Dabei handle es sich zu 95 Prozent um Frauen und Kinder, über 3.000 Personen seien im Jahr 2003 von der Wiener Interventionsstelle insgesamt unterstützt worden. Die finanziellen Mittel würden aber nicht ausreichen. Heuer habe die Einrichtung sogar eine Kürzung von fünf Prozent in Kauf nehmen müssen. Sie habe das Problem der fehlenden personellen Ressourcen an die zuständigen PolitikerInnen heran getragen, berichtet Logar. Die Notlage sei zwar erkannt worden, doch sei ihr mitgeteilt worden, dass heuer nicht mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stehen würden. (OTS0064 vom 3.6.2004)
"Mädchenhändler in Haft"
150 Frauen sollen zur Prostitution nach Österreich gebracht worden sein. Den Frauen im Alter zwischen 21 und 25 Jahren wurden Jobs in Westeuropa versprochen, statt dessen wurden sie in ein Bordell in Linz gebracht. Der Bordellbesitzer und seine Frau, eine Weißrussin, wurden festgenommen. (die Presse vom 22.5.2004)
Women's World Awards
Am 9.6.2004 werden in Hamburg erstmals die Frauen-Weltpreise - u.a. in den Kategorien Soziales, Mode und Kunst - an Frauen vergeben, die die Welt verändert haben (Frau darf gespannt sein). Mehr dazu unter [>www.womensworldawards.com]. (proFRAU vom 16.5.2004)
Internationale Freiertruppe
MenschenrechtlerInnen machen die internationalen Helfer im Kosovo für die massive sexuelle Ausbeutung von Mädchen und Frauen verantwortlich. So nehmen die Soldaten nicht nur die Dienste von Zwangsprostituierten in Anspruch, sondern sind sie lt. Ermittlern teilweise auch aktiv am Frauenhandel beteiligt. Amnesty Deutschland fordert nun strafrechtliche Konsequenzen. (Der Spiegel 20/20 vom 10.5.2004)
Auf den Strich gezwungen
In der Hoffnung auf bessere Zukunft fallen viele Frauen in Moldawien auf Frauenhändler und Zuhälter herein. Barbara Coudenhove-Kalergi hat das Land besucht und berichtet in der aktuellen Ausgabe der "Welt der Frau" über ihre Gespräche vor Ort und auch über die wirtschaftlichen Hintergründe in Moldawien. (Welt der Frau Ausgabe 5/2004)
Über Gleichberechtigung in Marokko und im Iran
In der deutschen Ausgabe von "Le Monde diplomatique" wird die aktuelle Situation der Frauenpolitik in diesen beiden Ländern und die aktuellen Entwicklungen in den Frauenrechtsbewegungen beleuchtet. (Le Monde diplomatique 4/2004)
Österreichischer Frauenlauf setzt Zeichen gegen FGM
Pro Läuferin spendet Raiffeisen 1 Euro an die Organisation von Waris Dirie, eine weltweite Kämpferin gegen FGM (female genital mutilation = Genitalverstümmelung). Die Stadt bereitet derzeit die Errichtung einer eigenen Beratungsstelle vor. Die Schwerpunkte der Beratungsstelle werden vor allem in der psychologischen Betreuung, den laufenden Informations-Veranstaltungen auch für Männer und in der Erstellung von Schulungsunterlagen für Multiplikatoren und Multiplikatorinnen aus dem Schul- und Gesundheitsbereich liegen, erklärte Wiens Frauenstadträtin Mag.a. Renate Brauner. (OTS 0096 vom 5.5.2004)
Chatroom für von Gewalt betroffene Frauen
Der Helpchat [>www.haltdergewalt.at] bietet anonyme Hilfestellung. Einmal wöchentlich, jeden Donnerstag zwischen 20 und 23 Uhr abends, steht den Betroffenen eine Gewaltexpertin mit Rat und Hilfe zu Seite. Am Donnerstag 27. Mai auch für gehörlose Frauen. (proFRAU vom 29.4.2004)
"Harter Schlag"
Ein wegen frauenfeindlicher Äußerungen nach Algerien abgeschobener Imam kann nach Frankreich zurückkehren. Das Verwaltungsgericht von Lyon setzte am Freitag die Abschiebungsverfügung außer Kraft. Der Imam von Vénissieux bei Lyon hatte sich zur Polygamie bekannt. Er erklärte, ein Mann dürfe eine untreue Frau mit harten Schlägen einschüchtern. Er dürfe aber nicht Gesicht oder Oberkörper treffen. (Süddeutsche Zeitung vom 24/25.4.2004)
Schutz vor Abschiebung
Das Verwaltungsgericht Osnabrück hat entschieden, dass die drohende Genitalverstümmelung von Frauen nicht als politische Verfolgung angesehen werden kann, allerdings sei es geboten, der Frau Schutz vor Abschiebung zu gewähren (Az.: 5 A 69/04). (Süddeutsche Zeitung vom 23.4.2004)
Unsichere Zukunft für viele Frauenorganisationen
Viele Frauenorganisationen blicken wieder bzw. immer noch in eine unsichere Zukunft. Trotz eines steigenden Bedarfs an Beratungsstellen für hilfesuchende Frauen - egal ob im Bereich Gewaltprävention, Schutzeinrichtungen oder Beratungsstellen für Migrantinnen - können zahlreiche Frauenorganisationen nicht darauf vertrauen, auch künftig in notwendigem Umfang Beratung, Begleitung und Hilfestellungen anbieten zu können. Der Bund weigert sich nach wie vor, langfristige Finanzierungszusagen zu geben, und das selbst bei Einrichtungen, die seit Jahren bestehen, deren Arbeit anerkannt ist, und die eine Vielzahl von Beratungssuchenden begleiten und unterstützen. Ein weiterer Schritt zu Einsparungen bei den Frauenorganisationen war die Kürzung von Euro 4.000,- für Sachkosten; diese wurden immer von der Frauenabteilung des Sozialministeriums ausbezahlt und 2003 durch das Frauenministerium.
Auswirkungen des Bundesvergabegesetzes
(proFRAU vom 10.4.2004)
Veränderung des österreichischen Strafgesetzes in Bezug auf Menschenhandel
Im österreichischen Strafgesetzbuch wurde die Definition des UN-Menschenhandelsprotokolls übernommen. Voraussichtlich mit 1.5.2004 treten die neuen Gesetze in Kraft. Unter dem § 104a Menschenhandel werden nun nicht nur mehr Frauen, die in die Sexarbeit gehandelt werden, sondern endlich auch all jene Frauen, die Betroffene in der Ehe, im Haushalt oder in anderen Arbeitsbereichen geworden sind, als Opfer dieses Verbrechens anerkannt. (Lefö-Rundbrief April 2004)
Haftentlassungen für Familienmitglieder
Im Mordfall der 20-jährigen Libanesin Layal M. ist bis auf den Bruder, der die Mordtat gestanden hat, die übrige Familie aus der U-Haft entlassen worden. Die Freilassungen betrifft den Vater der Ermordeten, deren Mutter und dessen 16-jährigen Bruder. Der 17-jährige Bruder, der den Mord an seiner Schwester gestanden hat, bleibt in Haft. Die Ermittlungen im familiären Umfeld gehen ungeachtet der Haftentlassungen weiter, kündigten die Kriminalisten am Freitag an. (orf.at-Tirol vom 2.4.2004)
Bruder der Libanesin gesteht
Der 17-jährige Bruder der Libanesin, die am Montag im Tiroler Zillertal tot gefunden worden war, hat gestanden, seine Schwester getötet zu haben. Sein Motiv: die 20-jährige habe "Schande über die Familie gebracht". Die Frau hatte schon am Freitag bei der Polizei ausgesagt, Angehörige hätten sie mit dem Umbringen bedroht. Sonntag kehrte sie wieder heim. Dort schlug sie der Bruder bewusstlos, brachte sie mit dem Auto weg und erstach sie. Auch die Eltern und ein weiterer Bruder bleiben in U-Haft. (ORF-Teletext vom 1.4.2004)
Souad - Bei lebendigem Leib -
Das Buch ist der Erfahrungsbericht einer Überlebenden eines Ehrenmord-Anschlags. Souad berichtet darin über ihr Heimatdorf und ihr Leben im Westjordanland. Sie wird schwanger und hat damit die Ehre ihrer Familie beschmutzt. Von ihrem Schwager wird sie mit Benzin übergossen und angezündet. Sie überlebt schwer verletzt und wird dann mit Hilfe einer Menschenrechtsorganisation außer Landes gebracht. Über 20 Jahre später spricht Souad über ihr Leben und ihr Leiden, um die Öffentlichkeit auf diese grausame Tradition hinzuweisen. Erschienen bei Blanvalet-Verlag. (proFRAU vom 29.3.2004)
Der Menschenrechtsbruch daheim
Rund 6.558-mal mussten Polizei und Gendarmerie im Jahr 2003 in Österreich zu "Streitschlichtungen" ausrücken. Für Heinz Patzelt (Geschäftsführer von amnesty international) ist familiäre Gewalt Anlass, den Begriff Menschenrecht zu erweitern: "Auch im privaten Bereich sind Menschenrechte und menschenrechtliche Standards einzuhalten". Bisher waren Menschenrechte politische Forderungen gegen den Staat. Dass die Menschenrechte auch für die Beziehungen unter den Bürgern gelten sollen, wurde von der österreichischen Rechtslehre bisher eher abgelehnt. (Wiener Zeitung vom 15.3.2004)
"Ich putze Dreck, aber ich bin nicht Dreck"
Zur Arbeitssituation von Migrantinnen in österreichischen Privathaushalten gibt es derzeit ein EU-Forschungsprojekt mit dem Ziel, soziopolitische Daten, die Veränderung von Geschlechterbeziehungen im Rahmen der Auslagerung der traditionellen Hausarbeit und aktuelle Analysen von vier europäischen Ländern mit unterschiedlicher Migrationsgeschichte in Beziehung zu setzen. Die Analyse wird von [MAIZ] durchgeführt. Wer Interesse an einer Mitarbeit oder Vernetzung zu diesem Thema hat, kann sich an [@maiz@servus.at] wenden. (frauensolidarität Nr. 87 - 1/04)
Der Aufsichtsrat ist Männersache
Österreichs Wirtschaft ist fest in Männerhand. Eine Studie der Arbeiterkammer zeigt: bei 92 % haben Männer die Mehrheit im Aufsichtsrat. Billigjobs sind weiblich: zwei Drittel der 300.000 Beschäftigten im Handel sind Frauen, die meisten in Teilzeit oder geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen. (Wiener Zeitung vom 9.3.2004)
Nicht wegschauen - hinschauen
amnesty international startet ihre internationale Kampagne "Gewalt gegen Frauen - nicht mit uns". Schwerpunkt der Aktion ist die Gewalt im häuslichen Bereich. Lt. WHO sterben weltweit mehr Frauen im Alter zwischen 16 und 44 Jahren infolge häuslicher Gewalt als auf Grund von Krieg, Verkehrsunfällen, Krebs und Malaria. (Aussendung ai AG Frauen zum 8.3.2004)
Weibliche Sprachformen
Die Frauenministerin macht im Ministerrat einen Vorstoß für gendergerechte Sprache, pünktlich zum Weltfrauentag am 8.3.2004. (die Presse vom 3.3.2004)
Obdachlosigkeit ist nicht männlich
Auch viele Frauen sind von Obdachlosigkeit bedroht. Betroffene Frauen haben die Möglichkeit, sich im "Frauenwohnzimmer" in der Eggerthgasse in 1060 Wien umzuziehen, zu waschen oder zu entspannen und zu informieren. Das Lokal kann auch als Post- oder Meldeadresse verwendet werden. (Wiener Zeitung vom 27.2.2004)
Novelle zur Exekutionsordnung seit 1.1.2004 in Kraft
Mit der Novelle wurde der Kreis der Personen, die mit Hilfe einer einstweiligen Verfügung aus der Wohnung ausgewiesen werden können, um "nahe Familienangehörige" und "in Lebensgemeinschaft lebende Personen" erweitert. Mehr Info dazu auf [>www.aoef.at]. (proFRAU vom 25.2.2004)
Frauen-machen-Frieden
Frauen-ohne-Grenzen lädt ein am 8.März 2004 in das BAWAG Veranstaltungszentrum in 1010 Wien, Seitzergasse 2-4 zum Thema Frauen-machen-Frieden. Es spricht die Aktivistin und Parlamentarierin Connie Bwiza Sekamana aus Ruanda. (www.Frauen-ohne-Grenzen.org vom 24.2.2004)
Schwarze Frauen in Wien
Es gibt bereits seit Oktober 2003 einen Verein der schwarzen Frauen in Wien und jetzt auch eine Homepage unter [>www.schwarzefrauen.net]. (proFRAU vom 24.2.2004)
Plattform gegen Genitalverstümmelung
Österreichische Frauen- und Menschenrechtsorganisationen sowie Organisationen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit schließen sich zur Plattform "stoppFGM" zusammen, um diese Tradition, die gegen mehrere Paragraphen der Menschrechte verstößt, zu stoppen. Anlass für die Gründung ist der vom Inter African Committee ausgerufene "International Day of Zero Tolerance to FGM" am 6. Februar. Gründungsmitglieder sind Afrikanische Frauenorganisation, CARE Österreich, Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und Internationale Zusammenarbeit (SWI), Wiener SPÖ-Frauen, ega-Frauen- und Kommunikationszentrum, das Renner Institut, Österreichische Kinderfreunde sowie Rote Falken. (OTS0026 vom 29.1.2004)
Novelle zum Wiener Prostitutionsgesetz
Die lang diskutierte Novelle des Wiener Prostitutions- und Landessicherheitsgesetzes wurde am 29.1.2004 im Wiener Landtag beschlossen. Demnach gibt es eine neue Verwaltungsstrafbestimmung im Wiener Landes-Sicherheitsgesetz, die unerwünschte Belästigungen von Anrainerinnen durch Freier mit einer Geldstrafe von bis zu 700 Euro bestraft. Hauseigentümer, die künftig Kenntnis von illegaler Prostitution haben, müssen für die Einstellung sorgen. Die Polizei erhält ein Betretungsrecht. (OTS0194, OTS0185 u. OTS0135 vom 28. u. 29.1..2004)
Marokko: Frauen den Männern gleichgestellt
Als einer der ersten Staaten der arabischen Welt hat Marokko die Frauen den Männern rechtlich gleichgestellt. Das Parlament in Rabat verabschiedete eine Familienrechtsreform, die der Frau unter anderem ein Recht auf Scheidung zuerkennt. Die im Islam erlaubte Vielehe wird künftig fast unmöglich gemacht. (Wiener Zeitung vom 26.1.2004)
Frauen-ohne-Grenzen
Das Hauptergebnis der Tagung "Women Included!", die Frauen-ohne-Grenzen-Deklaration für die dringende Umsetzung der Inhalte der UN-Resolution 1325, ist jetzt zur Unterschrift unter [>www.frauen-ohne-grenzen.org] online. Alle Organisationen haben die Möglichkeit, sich bis zum 8.März 2004 dieser Deklaration, die die Teilnahme von Frauen an Konfliktlösung und politischen Veränderungen zum Inhalt hat, durch Unterzeichnung anzuschließen. (www.frauen-ohne-grenzen.org im Jänner 2003)
Afghanistan: Keine singenden und tanzenden Frauen im TV
Als Reaktion auf Proteste des Obersten Gerichtshofs in Afghanistan hat das staatliche Fernsehen zugesagt, in nächster Zeit keine Bilder von Sängerinnen mehr auszustrahlen. Der Sender hatte am Montag erstmals seit mehr als zehn Jahren altes Filmmaterial mit der afghanischen Sängerin Salma gezeigt. Die fünfminütige Darbietung, bei der die in den 70er- und 80er-Jahren als Star gefeierte Sängerin nur einen einfachen Tüllschleier trug, brachte die sittenstrengen Richter auf. Die Höchstrichter forderten, im Fernsehen keine singenden und tanzenden Frauen mehr zu zeigen. (dieStandar.at vom 16.1.2004)
Pro und Contra - Kopftuch bei Lehrerinnen
Das Kopftuch als Zeichen der Unterdrückung, oder das Verbot des Kopftuches als Einschränkung der Persönlichkeitsrechte? In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Menschenrechte für die Frau" legen Edith Laudowicz und Rahe Volz ihre Standpunkte dar. (Menschenrecht für die Frau I/2004)
Ukraine: Neues Projekt gegen Frauenhandel
Die ukrainische Caritas hat im Rahmen des internationalen Programms zur Verhinderung von Frauenhandel mit einem neuen Projekt begonnen. Im Rahmen des Projekts werden Beratungsstellen für Frauen eröffnet, die im Westen in Sexarbeit gehandelt worden waren und wieder in die Ukraine zurückgekehrt sind. Wie die Koordinatorin des Projekts, Natalja Bandera, laut Kathpress mitteilte, werden in den Beratungsstellen Fachleute psychologische und rechtliche Hilfe leisten. Auch Angehörige von Opfern des Frauenhandels können sich an diese Beratungsstellen wenden. (dieStandard.at vom 5.1.2004)
Afghanistan: Männer und Frauen in der neuen Verfassung gleichgestellt
"Islamische Republik" einigt sich auf neue Verfassung nach US-amerikanischem Vorbild - Sharia findet keine Erwähnung. (dieStandard.at vom 5.1.2004)
Verstümmelt und vergessen
In einem Interview mit dem Wochenmagazin Falter spricht Etenesh Hadis, Leiterin der Afrikanischen Frauenorganisation in Wien, über die Beschneidungspraxis in Österreich. In einer Studie der Organisation wurde erhoben, dass etwa 8.000 Frauen beschnitten sind, dreißig Prozent der Befragten gaben an, ihre Töchter auch beschneiden zu lassen. Gerüchteweise werden auch in Wien Beschneidungen durchgeführt, andere bringen ihre Kinder nach Deutschland, Holland oder nach Afrika, um die Genitalverstümmelung vornehmen zu lassen. (Falter 51-52/03)
An die Opfer denkt niemand
Nach Schätzungen der EU-Kommission werden allein in der EU mindestens 120.000 Frauen und Kinder Opfer von Menschenhändlern. Die nationale Gesetzgebung, so Urdur Gunnarsdottir, Sprecherin der OSZE-Organisation für demokratische Institutionen und Menschenrechte (ODIR), komme bis heute den Opfern zu wenig entgegen. Bei einer Festnahme werden sie wie Kriminelle behandelt und in der Regel abgeschoben. In Österreich liegt die Novelle zum Sexualstrafrecht seit November 2003 zur Bearbeitung im Parlament. Der Opferschutz bei Menschenhandel findet dabei noch keine Erwähnung. (Wiener Zeitung vom 17.12.2003)
Europaweiter Menschenhandel eskaliert
{NAVIGATION}
Der Bericht von OSZE, Unicef und dem UN-Hochkommissariat für Menschenrecht zeigt, dass immer mehr Kinder und junge Frauen nach Westeuropa geschmuggelt werden, wo sie als Arbeitssklaven oder Prostituierte ausgebeutet werden. (Die Presse vom 12.12.2003)
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