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{THEMA}Filme{KAPITEL}Take My Eyes (Te Doy Mis Ojos) |
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Take My Eyes (Te Doy Mis Ojos)Spanien 2003, Regisseurin: Icíar Bollaín, Produktion: Santiago García de Leániz, Drehbuch: Icíar Bollaín, Alicia Luna, SchauspielerInnen: Laia Marull, Luis Tosar, Candela Peña, Rosa María Sardá u.a., 106 min, 35 mm 1:1,85, Farbe, Dolby SRD, Vertrieb: Frenetic Films
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Pilar (Laia Marull) packt ein paar Habseligkeiten zusammen, rüttelt ihren Sohn Juan (Nicolás Fernández Luna) wach und flieht zu ihrer Schwester Ana (Candela Peña). Ihre Trittsicherheit im Leben hat sie in den Jahren, seit sie mit Antonio (Luis Tosar) verheiratet ist, verloren und bemerkt erst auf dem Weg, dass sie die Flucht aus der gemeinsamen Wohnung in Toledo in Pantoffeln angetreten hat. Antonio liebt Pilar und will sie unbedingt zurückgewinnen. Zuerst versucht er es mit Druck und dem gleichzeitigen Versprechen, dass alles besser wird. Später macht er ihr Geschenke und bemüht sich, mit einer Therapie für Gewalttäter alles wieder ins Lot zu bringen. Pilar hat die Hoffnung und die Liebe noch nicht aufgegeben und kehrt zum Missfallen von Ana zu ihrem Mann zurück. Sie erinnert sich an die erste Zeit der Verliebtheit, als noch nichts von den Übergriffen zu ahnen war. Damals haben sich Pilar und Antonio gegenseitig die Nase und die Ohren und die Hände zum Geschenk gemacht. Icíar Bollaín verzichtet in ihrem Film großteils auf die konkrete Darstellung der physischen Gewalt, vor der ihre Protagonistin geflohen ist. Sobald Antonio auftaucht, stellt sich allerdings ein Gefühl der unterschwelligen Bedrohung ein. Seine Versuche, Pilar zur Rückkehr zu bewegen, seine Reaktionen auf ihren neuen Job, ja selbst die intimen Versöhnungen des Paares sind von einer latenten Gewaltbereitschaft, dem streben nach Dominanz des Mannes und der völligen Hingabe der Frau gekennzeichnet. Zur Erneuerung der Liebe fordert Antonio bei der Versöhnung ein Geschenk von Pilar, die ihm alles gibt und auch ihre Augen. Um der Spannung Willen ein bisschen zu sehr in die Opferrolle gedrängt, mögen KritikerInnen sagen. Ein wenig klischeehaft die Selbstfindung der Frau durch die Beschäftigung mit Kunst und ein bisschen sparsamer hätte man mit den Thriller-Elementen umgehen können. Doch „Take my eyes” zeichnet ein diffiziles Bild von Abhängigkeit, Hoffnung, menschlichen Unzulänglichkeiten und dem Kampf sich zu ändern. In Pilars Leben hat die Veränderung begonnen. Ihr neuer Job im Museum, ihre nicht ständige Erreichbarkeit, der Kontrollverlust über ihr Leben lassen Antonio keine Ruhe. Er kommt nicht damit zurecht, dass sie auch anderen einen Teil ihres Wesens geben könnte. Wird Antonio mit der Eifersucht und der Angst verlassen zu werden umgehen lernen und seine immer wieder aufflammenden Aggressionen bewältigen - und wenn nicht, wird Pilar die Loslösung vom Peiniger gelingen? Das in Icíar Bollaíns drittem Spielfilm aufgegriffene Thema der häuslichen Gewalt hat die Aufmerksamkeit der spanischen Öffentlichkeit unter anderem durch den Tod von Ana Orantes 1997 und seither immer wieder durch neue Fälle auf sich gezogen. Ana Orantes sprach im Fernsehen über die brutalen Übergriffe, die sie in ihrer Ehe erlebte und wurde kurze Zeit später von ihrem Ehemann ermordet. Alleine 2003, im Entstehungsjahr von „Take My Eyes” erlitten 68 spanische Frauen dasselbe Schicksal wie Ana, sie wurden von ihrem Partner getötet. Die hohe Zahl der angezeigten und wohl auch der niemals gemeldeten Misshandlungen hat die Zapatero-Regierung in Spanien dazu veranlasst, eine Gesetzesnovelle durchzuführen und gesellschaftliche Maßnahmen zum Schutz von (betroffenen) Frauen zu ergreifen. Die Relevanz von „Take My Eyes” nur auf Spanien begrenzt zu sehen, wäre aber kurzsichtig, da auch im restlichen Europa im Schnitt jede vierte Frau in ihrer Partnerschaft Gewalt ausgesetzt ist. (G.S.) Preise Best Actress San Sebastian Film Festival, Best Actor San Sebastian Film Festival 7 Goyas, (Preis der spanischen Akademie der cineastischen Kunst und Wissenschaften), Best Director (Mejor Director), Best Movie (Mejor Película); CEC Cinema Writers Circle Awards, Spain, Best Director (Mejor Director), Best Screenplay, Original (Mejor Guión Original); Créteil International Women's Film Festival Grand Prix, Fotogramas de Plata, Best Film (Mejor Película Española) Filmografie
Icíar Bollaín hat in zahlreichen Filmen als Schauspielerin mitgespielt und war als Drehbuchautorin und Produzentin tätig. Regie führte sie bei folgenden Werken: |
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