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{THEMA}Gewalt

{KAPITEL}Einleitung 

{TEXT}

Sexualisierte Gewalt im Krieg

Eine der häufigsten Gewaltformen gegen Frauen ist die sexualisierte Gewalt in Krieg und Nachkriegsgeschehen. Dabei reicht die Gewaltanwendung von Vergewaltigung, Nötigung, Verstümmelung, Versklavung und Kennzeichnung durch Male bis zur Tötung des Opfers. Seit Jahrhunderten wird über diese, durch alle Kriegsparteien organisierte Erniedrigung und Demütigung der überwiegend weiblichen Opfer, geschwiegen. Erstmals wurde der Tatbestand der planmäßigen Vergewaltigung und Zwangsprostitution von Frauen durch die so genannten koreanischen „Trostfrauen“ thematisiert und fast 50 Jahre nach Kriegsende öffentlich gemacht. (Anm: Um die japanischen Soldaten während des zweiten Weltkrieges sexuell zufrieden zu stellen, wurden systematisch koreanische Frauen verschleppt und in Bordellen zur Sexarbeit gezwungen). Die Opfer haben fast 50 Jahre geschwiegen, um der Schande zu entgehen, und auch um die eigene Familie zu schonen. Jetzt, da öffentlich über dieses Thema diskutiert wird, kämpfen diese Frauen immer noch um Wiedergutmachung und um die Bestrafung der Verantwortlichen. In Europa wurde das Thema Vergewaltigung in Krieg und Nachkriegsgeschehen mit dem Krieg am Balkan evident. Doch die systematische sexuelle Ausbeutung von Frauen im Krieg ist kein Einzelfall, sondern wurde und wird an allen Kriegsschauplätzen der Vergangenheit und Gegenwart sowie weltweit praktiziert.

{ZITAT}
60 JAHRE KRIEGSENDE - WIR DENKEN AN ...

... die vielen Frauen und Mädchen, die im 2. Weltkrieg durch die verschiedenen Kriegsparteien vergewaltigt und geschändet wurden; die sich umbrachten, um nicht mit der Schande leben zu müssen; die die Kinder der Peiniger zur Welt bringen mussten; die keine Unterstützung erhielten, sondern beschimpft und als Huren bezeichnet wurden; die keine Hilfe durch ihre Familien erfahren haben; die nicht gewagt haben, sich jemanden anzuvertrauen und darüber zu sprechen; die keinen Trost und keine Wiedergutmachung erhielten; die heute noch unter diesen traumatischen Erlebnissen leiden, und auch heute noch nicht darüber sprechen können oder wollen, so unsagbar tief sind die seelischen Wunden.

Im Gedenken daran, dass auch 60 Jahre später systematische Vergewaltigung in jedem Krieg dieser Erde stattfindet; dass das Leiden der Frauen auch heute noch kein Ende gefunden hat, sondern Tag für Tag grausame Realität ist.

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